Unterlagen & Behörden

Immobilien-Unterlagen: Welche brauche ich – und woher?

Kurz gesagt

Drei Stellen liefern die wichtigsten Unterlagen: das Grundbuchamt (beim Amtsgericht) für Eigentum und Belastungen, die Katasterbehörde (Stadt/Kreis) für Lage und Grenzen und das Bauaufsichtsamt für Bauakte und Baulasten. Den jeweils zuständigen Standort findest du über bundesweite Finder-Portale; amtliche Auszüge kosten meist nur wenige Euro – günstiger als kommerzielle Vermittler.

Wer ist wofür zuständig?

Drei Behörden werden oft verwechselt:

  • Grundbuchamt (Amtsgericht) – rechtliche Verhältnisse: Eigentum, Grundschulden, Wege- und Wohnrechte.
  • Katasterbehörde (Stadt/Kreis) – räumliche Verhältnisse: Lage, Grenzen, Flurstücke, Flächen (Liegenschaftskarte/Flurkarte).
  • Bauaufsichtsamt (Stadt/Kreis) – alles rund ums Bauen: Bauakte, Baugenehmigungen, Baulasten.

Grundbuchauszug

Nachweis von Eigentum und Belastungen – zentral bei Kauf, Verkauf, Finanzierung und Erbfall. Zuständig ist das Grundbuchamt beim Amtsgericht des Grundstücks; als Eigentümer hast du das nötige „berechtigte Interesse". Das zuständige Gericht findest du über das Orts- und Gerichtsverzeichnis im Justizportal; in NRW lässt sich die Einsicht über das Serviceportal NRW beantragen. Ein amtlicher Ausdruck kostet rund 20 €, ein einfacher etwa 10 €.

Tipp: Viele private Online-Portale verlangen für denselben Auszug ein Vielfaches der amtlichen Gebühr. Der Weg über Grundbuchamt oder Notar ist günstiger.

Flurkarte / Liegenschaftskarte

Zeigt Lage, Grenzen, Flurstücknummern und Gebäudeumrisse – Bestandteil fast jeder Bau- und Finanzierungsunterlage. Zuständig ist die Katasterbehörde (in NRW die Stadt bzw. der Kreis). Zur reinen Ansicht ist in NRW TIM-online kostenlos; den amtlichen Auszug gibt es bei der Stadt – in Köln etwa als Flurkarte online (PDF, 15 €).

Bauakte & Baugenehmigung

Genehmigte Pläne, Baubeschreibung, Nachweise und Nutzungsänderungen – wichtig bei Kauf, Umbau und Sanierung. Einsicht über das Bauaufsichtsamt deiner Stadt, in der Regel für Eigentümer oder Bevollmächtigte. In Köln vereinbarst du dafür online einen Termin zur Bauakten-Einsicht.

Baulastenverzeichnis

Öffentlich-rechtliche Verpflichtungen, die nicht im Grundbuch stehen (z. B. Abstandsflächen oder Zuwegungen). Zuständig ist die Bauaufsichtsbehörde – meist dasselbe Amt wie für die Bauakte. Vor Kauf oder Bebauung unbedingt prüfen.

Energieausweis

Pflicht bei Verkauf und Neuvermietung (GEG); Kennwerte müssen schon im Inserat stehen. Wer selbst bewohnt und nicht verkauft oder vermietet, braucht keinen. Ausstellen dürfen nur zertifizierte Fachleute – kein Amt. Geplant (Gebäudemodernisierungsgesetz, voraussichtlich Mitte 2026): Die Pflicht soll zusätzlich bei Mietvertragsverlängerung und größeren Renovierungen gelten, und die Skala soll EU-weit auf A–G umgestellt werden. Bis zum Inkrafttreten gilt die bisherige Regelung. Neutrale Infos bietet die Verbraucherzentrale.

Alle Unterlagen an einem Ort

Lege Grundbuchauszug, Flurkarte, Bauunterlagen und Energieausweis direkt in deiner ImmoCaptain-Dateiablage ab – sortiert nach Objekt und jederzeit griffbereit.

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Weitere nützliche Auskünfte

  • Bebauungs- / Flächennutzungsplan – Stadtplanungsamt: Was darf auf dem Grundstück gebaut werden?
  • Erschließungsbeitrag / Anliegerbescheinigung – Stadt (Tiefbau/Kasse): offene Zahlungspflichten, die auf Käufer übergehen.
  • Altlasten- / Bodenauskunft – Umweltamt: Eintrag im Altlastenkataster?
  • Teilungserklärung / WEG-Unterlagen – Grundbuchamt, Notar oder Hausverwaltung.

Für andere Orte gilt: Stadt- oder Kreis-Website für Bau- und Katasterthemen, das Justizportal fürs Grundbuch und das jeweilige Landes-Geoportal für Karten.

Häufige Fragen

Was kostet ein Grundbuchauszug?
Ein amtlicher Ausdruck kostet rund 20 €, ein einfacher etwa 10 € (GNotKG). Private Online-Portale verlangen oft ein Vielfaches – der Weg über Grundbuchamt oder Notar ist günstiger.
Wo bekomme ich die Flurkarte?
Bei der Katasterbehörde der Stadt bzw. des Kreises. In NRW kann man Geobasisdaten über TIM-online kostenlos ansehen; den amtlichen Auszug gibt es z. B. in Köln als Flurkarte online (PDF) für 15 €.
Brauche ich als Selbstnutzer einen Energieausweis?
Nein. Pflicht ist er nur bei Verkauf oder Neuvermietung. Mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (voraussichtlich Mitte 2026) soll die Pflicht zusätzlich bei Mietvertragsverlängerung und größeren Renovierungen gelten; bis dahin bleibt es bei der bisherigen Regelung.
Wer darf eine Bauakte einsehen?
In der Regel Eigentümer oder Bevollmächtigte, bei laufenden Verfahren auch unmittelbar angrenzende Nachbarn. In Köln vereinbart man dazu online einen Termin beim Bauaufsichtsamt.
Stand: Juni 2026
Quellen: Justizportal des Bundes und der Länder, NRW-Justiz, Stadt Köln, Bezirksregierung Köln / Geobasis NRW, Verbraucherzentrale. Gebühren und Links können sich ändern und je nach Kommune abweichen.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine, sorgfältig recherchierte Orientierung und keine Rechts-, Steuer- oder Energieberatung. Zuständigkeiten und Beträge hängen von Ihrem Bundesland und Ihrer konkreten Situation ab. Im Zweifel ziehen Sie fachkundige Beratung hinzu.